Webdesign ist keine Dekoration. Es ist die Arbeit, die entscheidet, ob eine Besucherin in drei Sekunden versteht, wo sie gelandet ist, und den nächsten Schritt findet. Alles andere — Farbe, Schrift, Animation — ist dem untergeordnet.
Schön und gut ist nicht dasselbe. Ein schönes Layout gefällt Ihnen. Ein gutes Layout bringt Besucher dorthin, wo Sie sie haben wollen.
1. Der erste Bildschirm sagt, worum es geht
Öffnen Sie den Entwurf und decken Sie Header und Logo ab. Wenn dann unklar ist, was die Firma tut und für wen, ist das Layout nicht fertig — egal wie gut es aussieht.
Der häufigste Fehler ist ein großes Stimmungsbild mit einem allgemeinen Satz. „Bauen wir gemeinsam die Zukunft“ mag stimmen, sagt aber nichts. Besucher wollen wissen, ob Sie das tun, wonach sie suchen.
2. Eine Entscheidung pro Bildschirm
Wenn der erste Bildschirm fünf Buttons hat, hat er keinen. Gutes Design bietet pro Abschnitt eine Hauptaktion und nimmt den Rest zurück. Nicht um einzuschränken, sondern weil Wählen ermüdet — und müde Besucher gehen.
3. Schauen Sie es zuerst am Handy an
Die meisten Besucher kommen per Handy, die meisten Entwürfe entstehen und werden am Desktop freigegeben. Drehen Sie es um: Geben Sie die mobile Version frei und behandeln Sie den Desktop als Erweiterung.
Was Sie am Handy besonders prüfen sollten: Ist der Text ohne Zoom lesbar, ist der Hauptbutton mit dem Daumen erreichbar, und verdeckt etwas am unteren Rand den Inhalt?
4. Der Text ist nicht „ergänzen wir später“
Wenn im Entwurf Lorem Ipsum steht, wissen Sie nicht, wie es aussehen wird. Echter Text ist immer länger als Fülltext, und die Hälfte eines guten Layouts besteht darin, dass echte Sätze hineinpassen.
Das ist auch der häufigste Grund für Verzögerungen: Nicht die Entwicklung dauert lange, sondern die Texte brauchen drei Monate. Wer ein Design bestellt, sollte den Text mitbestellen.
5. Geschwindigkeit ist auch Design
Eine schwere, mit Animationen vollgepackte Seite ist am Handy mit schwachem Empfang nicht elegant, sondern leer. Zum Design gehört die Entscheidung, welchen Preis die Optik hat: wie viele Schriften, wie große Bilder, wie viel Bewegung.
Ein gutes Zeichen ist, wenn die Gestalterin sagen kann, was sie weggelassen hat und warum. Ein schlechtes, wenn in jedem Abschnitt etwas passiert.
Worauf Sie bei der Entscheidung nicht achten sollten
Urteilen Sie nicht danach, ob Ihnen die Farbe gefällt. Sie muss nicht Ihnen gefallen, sondern denen, die kaufen — und die beiden haben selten denselben Geschmack.
Vergleichen Sie nicht mit dem Wettbewerb. Sie wissen nicht, ob dessen Seite funktioniert; vielleicht hat er auch nur abgeschaut.
Und lassen Sie das Team nicht abstimmen. Es passiert dasselbe wie beim Logo: Jeder schneidet etwas weg, und übrig bleibt ein Entwurf, den niemand mag, gegen den aber niemand Einspruch erhob.
Vorlage oder individuell?
Eine Vorlage passt, wenn Ihr Inhalt genau die Form hat, für die sie gemacht wurde. Das ist seltener als gedacht: Die meisten stoßen im dritten Monat an die Grenze, wenn für das Neue kein Platz ist.
Ein individueller Entwurf kostet anfangs mehr, passt die Struktur aber an Ihre Inhalte an und schleppt keinen Code mit, den Sie nie nutzen. Die Wahl ist keine Grundsatzfrage, sondern eine danach, wie gewöhnlich das ist, was Sie sagen wollen.
Ein Layout ist fertig, wenn eine Fremde in drei Sekunden sagen kann, was Sie tun, und in zehn findet, wie sie Sie erreicht. Alles andere ist Geschmack.
Wie geht es weiter
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